Montag, 18. Dezember 2017

Windhuk - das deutsche Afrika

Windhuk ist die Hauptstadt Namibias (ehemals Deutsch-Südwestafrika), hat ca. 300.000 Einwohner und bewahrt seine Vergangenheit durch zahlreiche deutsche Straßennamen wie z. B. die Bahnhofstraße.
Das Bahnhofsgebäude ist in einem guten Zustand, obwohl der Zug auch in Namibia beim Personenverkehr keine Rolle spielt.
Die Lok vor dem Eingang ist aus dem Jahr 1903 und wurde auf der Strecke Windhuk - Swakopmund (die wohl berühmteste Küstenstadt Namibias) eingesetzt.


Vor dem Bahnhof haben diese jungen Frauen gerade ein Fotoshooting gemacht und dankenswerterweise auch vor meinem Handy posiert! 😀


Es gibt drei Burgen in Windhuk, wobei die Heinitzburg jetzt ein Luxushotel mit einem sehr guten Restaurant ist, das sich auch ein Schwabe leisten kann.


Hier der Blick von der Terrasse des Restaurants auf die Auasberge im Süden Windhuks.


Die ca. 1100 km lange Strecke Nata (Botsuana) nach Windhuk ist bis kurz vor Windhuk topfeben, mit Busch- und Baumsavannen, die in Namibia von riesigen Rinderfarmen genutzt werden.
Vor 5 Jahren habe ich auf dem Windhuker Oktoberfest einen Rinderzüchter kennengelernt, der mit ca. 4.000 Rindern eine Farm mit etwa 40.000 Hektar bewirtschaftet hat.


In Windhuk gibt es auch eine Fußgängerzone, an deren Ende ein riesiges Shoppingcenter auf deutschem Niveau die Massen anzieht.


Das ist die Kaiserliche Realschule, die leider in einem schlechten Zustand ist und heute vom Nationalmuseum genutzt wird.


Auf dem höchsten Punkt der sehr langen Robert Mugabe Avenue befindet sich die Christuskirche und das Independence Museum. Fidel Castro hat in Windhuk dagegen nur eine viel kürzere Straße als Geschenk erhalten, die an der Christuskirche endet.
Die Poller sollen (typisch deutsch) das Parken auf dem Gehsteig verhindern. Des Weiteren findet man in Windhuk auch zahlreiche, funktionierende Parkuhren in der City (2 Stunden kosten ca. 1 Euro).


Die Hügel östlich und südöstlich der City Windhuks sind mit Villen gespickt, wobei dieser Besitzer seine Sicherheitsvorkehrungen vor Einbrechern auf die Spitze getrieben hat und man sich fragt, ob er sich in diesem Gefängnis überhaupt noch wohl fühlt!?


Das Kaiserliche Vermessungsamt wird im Moment von einer Initiative genutzt, die das Wissen über und das Verhalten bei Finanzgeschäften verbessern will. Sicherlich ein Projekt, das auch in Deutschland viel zu tun hätte.


Beim Kauf dieses Gesamtpakets für ca. 2,50 Euro habe ich keine finanzielle Beratung gebraucht, denn in Namibia werden die deutschen Körnersemmel und Landjäger weiterhin von Handwerkern und nicht von Fabrikanten hergestellt!


Freitag, 15. Dezember 2017

Botswana - die Perle Südafrikas

Botswana ist ungefähr so groß wie Frankreich, hat aber nur ca. 2 Millionen Einwohner, darunter etwa 50.000 San ("Buschleute"), die heute in von der Regierung errichteten Siedlungen wohnen.
Der Spaziergang mit diesem ca. 80 Jahre alten San durch den Busch war ein weiterer Höhepunkt meiner Reise. Er zeigte uns die Heilpflanzen der Kalahari, demonstrierte wie er früher auf Jagd ging und brachte uns mit seinen Imitationen einiger Tiere der Wildnis zum Lachen.



Der Chobe Nationalpark ist "einfach der Chobe", wie sich mein Freund Dietmar ausdrückt. Auf den Flussinseln bei Kasane ist immer etwas los.


In Botswana bzw. Botsuana, wie scheinbar die neue Bezeichnung ist, haben mich die Menschen nie mit "Hey Boss" angesprochen, was mir in Sambia so auf den Senkel ging.
Mit diesen Schülern im Bild habe ich zwei Stunden gewartet, bis wir endlich Plätze in den überfüllten Bussen nach Maun ergatterten.



Die unzähligen gefiederten Bewohner des Okavango-Deltas bei Maun, die wir bei unserer Fahrt mit dem Mokoro zu Hunderten aufgeschreckt haben.


Zwei San-Frauen, die bei der Begrüßung unsere komischen Vornamen nachsprachen und bei jedem lachen mussten.


Farbenspiel bei der Bootssafari auf dem Chobe.





Als ich diese Libellen-Art in Botsuana zum ersten Mal im Flug erblickte, sah es so aus, als ob sie Puschel an den Flügeln hätte! 😀


Mittwoch, 13. Dezember 2017

Mit dem Mokoro durch das Okavango-Delta

Der Okavango ist ein ca. 1700 km langer Fluss, der in Angola seine Quelle hat und es nicht bis zum Meer schafft. Seine Wassermassen bilden stattdessen ein riesiges Binnendelta in der Kalahari Botswanas.
Ein Mokoro ist ursprünglich ein Einbaum-Boot aus dem Stamm des Leberwurstbaumes, doch wir Touris werden mit Booten aus Fiberglas chauffiert. Im flachen Okavangodelta werden die Mokoros mit einer Stange vom Flussbett abgestoßen und so in Fahrt gebracht.


Der Ausflug begann gemütlich durch Kanäle im Schilf und


die unzähligen Wasserlilien des Okavangodeltas begleiteten uns ständig.


Auch die erste Lagune konnten wir noch genießen, doch in der zweiten badeten ca. 10 Hippos (Flusspferde), weshalb


mein Guide einen Weg durch das Schilf suchte, um die Hippos weiträumig zu umfahren, was ihm auch gelang.
Beim Rückweg ein paar Stunden später hatte sich jedoch ein Hippo zum Schlafen ins Schilf zurückgezogen und wurde von uns aufgeschreckt. Es war nur ca. 20 m entfernt. Mein Führer konnte es glücklicherweise durch lautes Rufen und dem Schlagen der Stange ins Wasser und ans Boot vertreiben. Wir zogen uns zurück, doch auch bei unserem zweiten Versuch die Lagune zu umfahren, tauchte das Hippo erneut auf. Mein unerfahrener Guide war ratlos, deshalb fuhren wir zurück, um seinen Onkel zu holen, der mit einer Touristengruppe auf einer Insel war. Er führte uns dann sicher durch das Schilf um die Hippos herum. Dabei entschuldigte er sich immer wieder bei den Hippos für die Störung und dankte ihnen, dass sie uns passieren ließen, was ein Hippo mit seinem typischen, lauten "Grunzen" erwiderte.


Auf dieser großen Insel mit der Touristengruppe hatten wir zuvor außer den Knochen eines Elefanten keine Großtiere angetroffen.
In der Trockenzeit ist das Delta dagegen eine Oase für Büffel, Giraffen und die anderen, wunderschönen Tiere Afrikas.



Aus dem Gras im Bild bestanden ursprünglich die Dächer der einheimischen Hütten, doch die Bauern (hauptsächlich Rinderzüchter) im Delta verwenden heute meistens Wellblech.



Auf der Insel gab es einen See mit Wasservögeln und Enten, die ebenfalls von uns aufgeschreckt wurden. Auch bei der Fahrt durch die Kanäle im Schilf flüchteten die zahlreichen, geflügelten Deltabewohner vor uns.


Die nicht ganz ungefährliche Begegnung mit dem Hippo wurde dann nachts von meinem alten Gehirn noch in einem Traum verarbeitet und mein unerfahrener Führer erzählte mir am Ende der Tour bei einem Bier mit ihm und seinem Onkel, dass auch er eine solche Situation noch nie erlebt hatte.