Mittwoch, 13. Dezember 2017

Mit dem Mokoro durch das Okavango-Delta

Der Okavango ist ein ca. 1700 km langer Fluss, der in Angola seine Quelle hat und es nicht bis zum Meer schafft. Seine Wassermassen bilden stattdessen ein riesiges Binnendelta in der Kalahari Botswanas.
Ein Mokoro ist ursprünglich ein Einbaum-Boot aus dem Stamm des Leberwurstbaumes, doch wir Touris werden mit Booten aus Fiberglas chauffiert. Im flachen Okavangodelta werden die Mokoros mit einer Stange vom Flussbett abgestoßen und so in Fahrt gebracht.


Der Ausflug begann gemütlich durch Kanäle im Schilf und


die unzähligen Wasserlilien des Okavangodeltas begleiteten uns ständig.


Auch die erste Lagune konnten wir noch genießen, doch in der zweiten badeten ca. 10 Hippos (Flusspferde), weshalb


mein Guide einen Weg durch das Schilf suchte, um die Hippos weiträumig zu umfahren, was ihm auch gelang.
Beim Rückweg ein paar Stunden später hatte sich jedoch ein Hippo zum Schlafen ins Schilf zurückgezogen und wurde von uns aufgeschreckt. Es war nur ca. 20 m entfernt. Mein Führer konnte es glücklicherweise durch lautes Rufen und dem Schlagen der Stange ins Wasser und ans Boot vertreiben. Wir zogen uns zurück, doch auch bei unserem zweiten Versuch die Lagune zu umfahren, tauchte das Hippo erneut auf. Mein unerfahrener Guide war ratlos, deshalb fuhren wir zurück, um seinen Onkel zu holen, der mit einer Touristengruppe auf einer Insel war. Er führte uns dann sicher durch das Schilf um die Hippos herum. Dabei entschuldigte er sich immer wieder bei den Hippos für die Störung und dankte ihnen, dass sie uns passieren ließen, was ein Hippo mit seinem typischen, lauten "Grunzen" erwiderte.


Auf dieser großen Insel mit der Touristengruppe hatten wir zuvor außer den Knochen eines Elefanten keine Großtiere angetroffen.
In der Trockenzeit ist das Delta dagegen eine Oase für Büffel, Giraffen und die anderen, wunderschönen Tiere Afrikas.



Aus dem Gras im Bild bestanden ursprünglich die Dächer der einheimischen Hütten, doch die Bauern (hauptsächlich Rinderzüchter) im Delta verwenden heute meistens Wellblech.



Auf der Insel gab es einen See mit Wasservögeln und Enten, die ebenfalls von uns aufgeschreckt wurden. Auch bei der Fahrt durch die Kanäle im Schilf flüchteten die zahlreichen, geflügelten Deltabewohner vor uns.


Die nicht ganz ungefährliche Begegnung mit dem Hippo wurde dann nachts von meinem alten Gehirn noch in einem Traum verarbeitet und mein unerfahrener Führer erzählte mir am Ende der Tour bei einem Bier mit ihm und seinem Onkel, dass auch er eine solche Situation noch nie erlebt hatte.


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