Montag, 6. November 2017

Blantyre - Millionenstadt im Süden Malawis

Wenn in Blantyre, der wirtschaftlichen Metropole Malawis, wie bereits in Zomba, das italienische Restaurant La Caverna das schönste Haus der Millionenstadt ist, dann sagt das schon fast alles über den Entwicklungsstand Malawis aus. Dietmar, der dieses Land ja schon länger kennt, meinte auf unserer Fahrt zum Lake Malawi sogar, dass es mit Malawi abwärts geht.
Die schottische Flagge am Haus weist darauf hin, dass die Stadt ihren Namen vom schottischen Blantyre bekommen hat, in dem der Afrikaforscher David Livingstone geboren wurde.


Daneben gibt es in Blantyre noch ein schönes Hotel, das Sunbird Mount Soche, in dem ich mich niedergelassen habe, nachdem mein gebuchtes Hotel mit den Bildern im Internet außer den Grundmauern nichts gemein hatte.
Im Garten des Hotels trafen dann am Wochenende auch zahlreiche Hochzeitspaare ein, um Fotos zu machen.


Das ist der Hauptbahnhof der Metropole, den morgens zwei Personenzüge in den Norden passieren und das war es dann auch schon für den ganzen Tag.


Durchschnittlich hat jeder Einwohner Malawis ca. 400 US-Dollar pro JAHR zur Verfügung. Das ist wohl ungefähr der gleiche Betrag, den man in  Deutschland bei Hartz IV jeden MONAT bekommt! Fluchtursachen bekämpfen!?
Der größte Teil der Bevölkerung kauft deshalb auch Schuhe, Kleidung, etc. auf solchen Märkten.


Diese Einwohner von Blantyre haben mich eine zeitlang bei einem meiner Spaziergänge begleitet und mich durch eine dunkle Gasse mit Geschäften geführt, in die ich mich alleine nicht hineingetraut hätte.


Das französische Kulturzentrum in Blantyre ist Treffpunkt der europäischen Ausländer, die vor allem für verschiedene Kirchen arbeiten und es wird auch von der Deutschen Botschaft finanziell unterstützt.


Das ist die St. Michael's and All Angels Church in Blantyre, in der ich eine Hochzeitszeremonie erleben durfte, bei der die Predigt des Pastors etliche Male die Gemeinde zum Lachen brachte und Beifallsstürme auslöste.


Der Hindu-Tempel Shree Satyanarayan neben meinem Hotel ist ein weiterer schöner Ort der Millionenstadt.
Ca. 2000 in Indien verwurzelte Menschen leben in Blantyre. Ein Besucher des Tempels erzählte, dass er indische Medizinprodukte nach Malawi verkauft.


Die Fahrt von Zomba nach Blantyre auf dem Shire-Hochland mit seinen Plateaus, Gebirgsmassiven und Inselbergen ist jedoch das Beeindruckendste im Süden Malawis.



Und auch der Sonnenuntergang in Blantyre war jeden Abend sehr schön.


Samstag, 4. November 2017

Spaziergang in und um Zomba (Teil 2)

Malawi gehört wie Mosambik zu den ärmsten Ländern der Welt und hat ca. 18 Mio. Einwohner. Die Bevölkerung wächst jedes Jahr um 3 %, was konkret bedeutet, dass pro Jahr 500 000 Kinder dazu kommen, für die man Schulen bauen und Lehrer einstellen müsste. Fluchtursachen bekämpfen? Lasst Euch nicht für dumm verkaufen!
Im Bild das ehemalige Parlament von Malawi in Zomba, das heute Gerichtssitz ist.


Bei meinem Gang durch die Dörfer um Zomba wurde ich von vielen Kindern begleitet, die gerade auf dem Nachhauseweg von der Schule waren.


In Zomba treffen sich die jungen Männer mit Geld in dieser Bar und trinken ein Green (Carlsberg Beer, das in Malawi produziert wird).
Im Hintergrund wieder ein Teil des Zomba Plateaus.


Im Botanischen Garten flogen diese Schmetterlinge dutzendweise herum.


Das ist das schönste Haus, das ich bei meinem Spaziergang durch die zwei Dörfer gesehen habe. Ansonsten haben die rotbraunen Ziegelhäuser dominiert.


In Zomba sind viele Händler unterwegs, die Orangen und Äpfel aus Südafrika verkaufen.
Malawi hätte alle klimatischen Voraussetzungen, um diese Produkte selbst herzustellen, doch der permanente Strom- und Wassermangel verhindert Investitionen.


Das Krankenhaus von Zomba für eine Stadt mit 100 000 Einwohnern.


Eine Straße zwischen zwei Dörfern und ein Teil der Zomba Mountains.


Die "City" von Zomba, in der ich kein einziges Geschäft gesehen habe, dass europäisches oder asiatisches Niveau hatte.


Einige alte Häuser aus der Kolonialzeit verfallen und werden jetzt von einheimischen Bauern genutzt, die wie in Mosambik überwiegend nur für den eigenen Bedarf produzieren, da 80 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten.


Ein weiteres Kolonialgebäude, in dem das Immigration Office untergebracht ist.


Diese Bäume sieht man sehr oft im südlichen Afrika.


Einer der vielen Inselberge im Shire Hochland, das wie der Lake Malawi ebenfalls zum Ostafrikanischen Graben gehört.











Donnerstag, 2. November 2017

Wanderung auf dem Zomba Plateau

Mit meinem Guide Richard habe ich auf dem Zomba Plateau einen wunderschönen Tag verbracht.
Richard war früher Koch und verlangt 15 US-Dollar für seine Führungen, was in Malawi ein sehr guter Tageslohn ist.


Das Zomba Plateau ist ca. 130 Quadratkilometer groß und durch den Mulunguzi Damm versorgt es Zomba ganzjährig mit Wasser, was in Malawi eine Seltenheit ist, denn Wasser und Strom gibt es sonst nur stundenweise.
Im Hintergrund sieht man die Zomba Mountains.


Wir wanderten durch die Kiefernwälder und


erfrischten uns an zwei kleinen Wasserfällen.


Richards Eltern verstarben früh, weshalb er in den Schulferien diese gelben Beeren gesammelt und verkauft hat, um seine Großmutter bei der Zahlung des Schulgeldes zu unterstützen.


Ein weiterer See auf dem Plateau ist natürlichen Ursprungs und soll magische Kräfte haben, da die dort gefangenen Fische auf mysteriöse Weise sich wieder von dannen machen, bevor sie in der Bratpfanne hätten landen sollen.


Es gibt neben den Kiefern sehr viele andere Baumarten auf dem Zomba Plateau, die Richard alle kennt und deren Namen für mein altes Gehirn nicht speicherbar waren.


Wir trafen auch viele Arbeiter an, die entweder für die Holzindustrie tätig waren oder Feuerholz für den Verkauf gesammelt haben.


Der Blick vom Mulunguzi Damm auf die höchsten Erhebungen des Zomba Plateaus, die ca. 1800 m Höhe erreichen.


Zum Mittagessen waren wir im Sunbird Ku Chawe Hotel am Rande des Plateaus, in dessen Garten diese Hummel-artigen Wesen die Blüten nach Nektar durchsuchten.


Zur Stärkung vor dem Abstieg habe ich einen Ncheni Fisch gegessen und zwei selbst gemixte Radler getrunken.


Potato Path - Abstieg vom Zomba Plateau

Während unserem ausgiebigen Mittagessen im Sunbird Ku Chawe Hotel wurde die Sicht vom Zomba Plateau in die Ebene des Shire Hochlands und auf die gegenüber liegenden Zomba Mountains immer besser.



Der Abstieg vom Plateau erfolgte mit grandiosen Ausblicken in direkter Linie über den Potato Path.




Der Potato Path wurde früher dazu genutzt, die auf dem Zomba Plateau geernteten Kartoffeln auf den Markt zu bringen.




Während des einstündigen Abstiegs wurden wir von zwei weiteren Gästen des Hotels und einem jungen Mann begleitet, der die meiste Zeit barfuß den Potato Path hinunter rannte und immer wieder auf uns wartete.






Mittwoch, 1. November 2017

Spaziergang in und um Zomba

Zomba liegt im Shire-Hochland von Malawi am Fuße des Zomba Plateaus auf ca. 900 m Höhe.
Die Stadt wurde Mitte der 1880er Jahre von europäischen Auswanderern gegründet und war später Sitz der Kolonialverwaltung der Briten.
Nach der Unabhängigkeit Malawis 1964 war Zomba bis 1975 Hauptstadt.
Im Bild sieht man eine Nebenstraße in Zomba und im Hintergrund einen Teil des Zomba Plateaus, dessen höchste Erhebungen bis ca. 1800 m Höhe gehen.


Mein Spaziergang führte mich auch in zwei Dörfer am Rande der Straße, die aufs Zomba Plateau führt. Die Abzweigung zu den Dörfern war nicht asphaltiert, jedoch in Google Maps digitalisiert.


Auf meinem Weg durch die Dörfer hatte ich auch einen beeindruckenden Blick auf die Zomba Mountains, die bis zu einer Höhe von ca. 2100 m reichen.


Da sich in diese Dörfer wohl sehr selten ein Tourist verirrt, war ich nicht nur für die Kinder eine willkommene Abwechslung.


Diese schönen Bäume standen unten in der Ebene, die


von zahlreichen Inselbergen unterbrochen wird.


Trotz ca. 100 000 Einwohnern in und um Zomba gibt es auch hier keine größeren Geschäfte, sondern einen Markt, dessen Sanitärabteilung etwas dürftig bestückt war.


Auf ca. 1100 m Höhe liegt das italienische Restaurant Casa Rossa, mit dessen italienischem Pächter ich ein interessantes Gespräch hatte.
Er lebt hauptsächlich von den weißen Mitarbeitern der zahlreichen Hilfsorganisationen, die sich in Zomba tummeln und war der Meinung, dass diese Organisationen mit zuviel Geld um sich werfen und dadurch eine selbstständige Entwicklung Malawis verhindern.


Diese Mitarbeiter, kirchliche Würdenträger (Zomba ist Bischofssitz) und die höchsten Beamten der staatlichen Einrichtungen (Universität, Statistikamt, ...) bewohnen die schönsten Häuser in Zomba, die durch Mauern und Elektrozäune gesichert sind.


Im Botanischen Garten von Zomba waren die vielen alten Bäume leider nicht beschriftet und neben den Affen war ich der einzige Besucher.